Filmkritik

Filmkritik: Albert und Leonhard auf Schatzsuche in Korsika

Reisebericht1Die Macher von Kuschel-TV haben für ihren ersten Spielfilm beileibe weder Kosten noch Aufwand gescheut. Und – soviel darf man an dieser Stelle schon sagen – es hat sich gelohnt. Vor der zauberhaften Kulisse Korsikas begeben sich Albert und Leonhard auf Schatzsuche. Nicht ungewöhnlich für eine Insel, auf der bereits vor Jahrzehnten nach Schätzen gesucht wurde und man oft genug nur karge Felsen und verstreute Wildschweine entdeckte. Albert zielstrebig, neugierig und zum Äußersten bereit. So, dass Leonhard Mühe hat zu folgen. Der erste Konflikt bahnt sich seinen Weg. Auch die noch so schön dahin gezauberten Bilder einer bizarren Traumlandschaft können jetzt nicht mehr davon ablenken, dass da zwei Kuscheltiere unterwegs sind, die sich – zumindest in dieser Umgebung – so fremd sind wie Johann und der Samariter. Es eskaliert. Gerät sogar völlig aus den Fugen. Aus der gemeinsamen Schatzsuche wird eine offene und hässliche Auseinandersetzung. Leonhard – diesmal in der Rolle des Träumers und Trödlers – brillant. Unglaublich in Mimik und Gestik wie er den manisch-cholerischen Ausbruch seines Film-Partners Albert erst abfedert, dann aushält. Der Zuschauer spürt wie sich des Löwen Magenleiden aufstaut und ihm die Galle bis unter die Schädeldecke steigt. Wie Leonhard im absoluten Nichts versinkt und zugleich mit großer Würde vor der wunderschönen Kulisse der roten Granitfelsen an Korsikas legendärer Westküste untergeht wie ein Stein im Ozean. „Du Arschloch“. Die Handlung wandelt von der Kafkaeske ins Ibs´sche. Albert schmettert das hervor wie ein spanischer Edelmann, der seinen Diener mit dem Degen durchsticht, um ihn mit ausgestreckten Armen und Beinen wie einen Ochsen – wie einen Idioten – an das Windrad zu nageln. Albert spielt seine Rolle heroisch und mit sturer Bracchialgewalt. Und das ist erst der Anfang seiner jungen Schauspiel-Karriere, aber womöglich schon der Höhepunkt. Aber so weit muss es gar nicht mehr kommen. Plötzlich zittert dem unbeherrschten Zuschauer das Zwerchfell. Eine Komödie? Haben Albert und Leonhard uns nur etwas vorgemacht? Lautes Lachen. Nein. Es ist die Absurdität dieser Landschaft und der Existenzialismus der Protagonisten – zweier unbeirrbarer und unnützer Kuscheltiere – die den Film zu dem machen was er ist: Eine wirklich fabelhafte Kult- und Ulk-Geschichte. Note: Höchst empfehlenswert.

Film-Start: 24.8.2013  Wo? > auf www.Kuschel-TV.de

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